Traumfresserchen


Für 3-5jährige Knirpse. In Schlummerland ist das Wichtigste für alle Leute das Schlafen. Deswegen heißt das Land auch so. Einmal gab es dort einen König und eine Königin, die hatten eine Tochter, mit Namen Schlafittchen. Schlafittchen fürchtete sich vor dem Einschlafen. Und warum? Weil sie dann immer so böse Träume hatte. Die Zuschauer lernen Schlafittchen und seine Eltern kennen, begleiten den König auf seinem Weg durch die Welt und begegnen schließlich in der einsamen Heide auch dem Traumfresserchen. Ein einzelner Puppenspieler erzählt und spielt mit Stab- und Stockfiguren, mit Flach- und Standpuppen sowie mit Schattenfiguren in einem wandelbaren Bühnenbild.

Mit diesem Spruch können Kinder das Traumfresserchen rufen:

Traumfresserchen, Traumfresserchen!
Komm mit dem Hornmesserchen!
Komm mit dem Glasgäbelchen!
Sperr auf dein Schnapp-Schnäbelchen!
Träume, die schrecken das Kind,
die lass dir schmecken geschwind!

Aber die schönen, die guten sind mein,
drum lass sie sein!

Traumfresserchen, Traumfresserchen,

dich lad ich ein!
   

Pressebericht

Das Traumfresserchen, 1998

Gameboy hin, krächzende Monster-Dinos her: Phantasievolle Kindergeschichten kommen ohne viel Brimborium aus. Wenn sie sich außerdem noch um Dinge drehen, die den Knirpsen in ihrem eigenen Leben begegnen – um so besser.

So eine Geschichte ist Michael Endes „Traumfresserchen“, das die mannheimer puppenspiele jetzt auf ihre Bühne am Kurpfalzkreisel gebracht haben.

Das Mädchen Schlafittchen kann nachts nicht schlafen: es wird von bösen Träumen gequält. Das ist für sie besonders schlimm, lebt sie doch in Schlummerland, wo gut zu schlafen das Wichtigste im Leben ist. Weil kein Magier und kein Professor ihr helfen kann, bricht Schlafittchens Vater selbst in die weite Welt auf, um ein Mittel gegen die bösen Träume zu suchen. Aber weder der Fisch, noch der Trapezkünstler, weder der Bergsteiger noch der Kapitän können ihm weiterhelfen. Als er die Suche fast schon aufgegeben hat, läuft ihm das kleine Traumfresserchen über den Weg.

Das Puppenspiel ist ein Solo für Heinz von Neuenstein bzw. für Dirk Nowakowski. Der Puppenspieler erzählt die Geschichte, bewegt und spricht die Puppen und wird teilweise selbst zur handelnden Figur. Die Bühne ist dabei offen und schwarz, gespielt wird auf einer „Traumebene“ zwei Meter über dem Boden.

Heidi Buehl hat viele kleine Bühnenbildelemente gebaut, die auf langen Stangen stehen und einzeln im Raum herumgerollt werden können. Auch einige Figuren sind darauf fest verankert. Während des Stücks arrangiert der Spieler diese Elemente ständig um. Man sieht ihm zu und ist entzückt von der Geschichte und dem einfachen, aber liebevoll gestalteten Dekor, weil sich mit der Veränderung immer wieder etwas Neues ergibt (Regie: Peter Holzwarth).

Für Kinder bis acht haben die Puppenspieler ihr Märchen vorgesehen. Wer etwas älter ist, wird sich wahrscheinlich zu „groß“ dafür vorkommen. Wer aber viel älter ist (erwachsen nämlich), kann wieder Gefallen daran finden: Ist dieses knapp 45minütige Puppenspiel doch ein schönes Beispiel dafür, wie Phantasie und Handarbeit das industrielle Fast-food-Spiel- und Erzählzeug weit übertrumpfen.

(MannheimerMorgen 5.2.1998)