Der gestiefelte Kater


"Ein geheimnisvoll poetisches und fröhlich aktionsreiches Puppentheatermärchen in dem die Fantasie wie von selbst für einen Moment Wirklichkeit wird..." Ein einzelner Puppenspieler erzählt und spielt dabei die Abenteuer des Katers mit Flach- und Schattenfiguren, mit Marotten und improvisierten Figuren.

Die Zuschauer erleben diese Collage von zwei gegenüberliegenden Seiten aus;
die Bühne in der Mitte wird in offener Form benutzt.




Pressebericht

Der gestiefelte Kater, 1993


Solist und Tausendsassa in einer Person


Wer kennt sie nicht, die Abenteuer des gestiefelten Katers? Gleichwohl gibt`s allerlei Überraschungen: Schon bevor`s logeht, wundern sich die Kinder, die bereits des öfteren im Keller der U2-Schule eine Vorstellung besucht haben. Es fehlt die vertraute Guckkastenbühne - statt dessen gibt es einen einsehbaren Spielraum in der Mitte. Das „geteilte“ Publikum schaut sich sozusagen in die Augen. Und noch etwas ist neu:

Der Spieler, der die Figuren zum Leben erweckt, agiert nicht im Verborgenen, sondern ganz offen. So entstand ein Puppentheaterstück für einen Puppenspieler, aber viele Figuren.

Nach 28 Jahren suchte ich einfach einmal wieder eine ganz neue Herausforderung“, erläutert Heinz von Neuenstein, der als Solist und Tausendsassa zugleich durch das Märchen führt: Mal läßt er die Puppen tanzen, mal tritt er als Erzähler auf, mal schlüpft er in Rollen.

Ab Mai haben Heinz von Neuenstein, der in Heidelberg lebende Regisseur Victor Carcu und Helga Braeckow, kreatives Werkstattmitglied, an der Inszenierung getüftelt, die ihren Reiz aus vielerlei Verwandlungen entwickelt.

Der Zuschauer kann nur staunen, was sich aus einem Bett - das ungewöhnlicheweise senkrecht steht - alles machen läßt: Ein paar Handgriffe, und die Schlafstätte mutiert zum Königssaal, dann wieder zum Zauberschloß. Dreimal schwarzer Kater, und schon präsentiert sich die (gewendete) Schlafdecke als edler Königsumhang.

Ideen muß der Mensch haben, vor allem beim Theater: Ein riesiger Mantel, der auf einer Schiene hin und hergleitet, übernimmt die Funktion der Bühnenkulisse. Motto: Es muß nicht immer pompöse Ausstattung sein.


Die ausverkaufte Premiere bewies: Es gibt viele Wege, Kinder in Bann zu halten. Das Spielexperiment, das bei der traditionsreichen Mannheimer Bühne eine ganz neu Ära eröffnet, wurde mit begeistertem Beifall bedacht - von den kleinen wie von großen Zuschauern. (MannheimerMorgen 27.10.1993)