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Was will das Puppenspiel?

Es kann nicht das Menschentheater ersetzen, und der Film ist doch viel perfekter. Und gerade da liegt der Wert! Ein Kontrapunkt zur Perfektion.

Das Leben der Theaterfigur ist die Verblüffung, Material lebendig zu sehen. Theaterpuppen sind keine Plastiken. Sie haben zwar eine plastische Komponente, sind aber für die Bewegung geschaffen. Ungespielt sind sie nichts, sind sie unfertig, erst der Animator, der Mensch macht sie zu einer fertigen, einer vom Spieler unabhängigen Person.

Der Zuschauer ist dabei die Glocke, die der Puppenspieler zum Klingen bringt, indem er mit der Puppe Erinnerungen an Erlebtes, Erlittenes und Erträumtes freisetzt: Wenn eine Figur dich anschaut und du schaust weg, dann war das deine Befindlichkeit, der die Figur Ausdruck gab.

Wenn ein Mensch das Sterben spielt, wissen wir, dass er aufstehen und sich verneigen wird. Eine Puppe stirbt: Sichtbar legt der Spieler die Figur zu Boden, entzieht ihr sein Leben und geht. - Ein dünner, kleiner Puppenspieler kann Riesen und Athleten spielen und ein dicker, großer Animator hat die Möglichkeit, zarte und leichtfüßige Personen zu verkörpern:

Ein sehr absolutes Theater.

(P.K. Steinmann)

Puppenbühne1

aktualisiert am 7.2.2009

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